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Projekt 19 · Juni 2026 · 5 Phasen

Greenberg-VermutungIwasawa-Invarianten μ=0 und λ=0 für total-reelle Körper

Greenbergs Vermutung (1973): Für jeden total-reellen Zahlkörper F und jede Primzahl p sind die Iwasawa-Invarianten μ(F,p) = λ(F,p) = 0. Ferrero–Washington bewiesen μ=0 für abelsche Erweiterungen von ℚ. λ=0 bleibt offen.

00 Iwasawa-Theorie: Grundlagen

Iwasawa-Theorie (Iwasawa 1959–1973) studiert die Arithmetik von Zahlkörpern über $\mathbb{Z}_p$-Erweiterungen $F_\infty/F$ (unendliche pro-p-Galois-Erweiterungen).

Für einen Zahlkörper $F$ und die $\mathbb{Z}_p$-Erweiterung $F_\infty = \bigcup_n F_n$: Die $p$-Teile der Klassengruppen $\mathrm{Cl}(F_n)[p]$ wachsen nach dem Iwasawa-Hauptsatz wie $p^{\mu p^n + \lambda n + c}$ für große $n$ [BELEGT, Iwasawa 1973].

InvarianteBedeutungPhys. Analogie
μ (mu)Exponentielles Wachstum der KlassengruppenVolumen-Term
λ (lambda)Lineares Wachstum der KlassengruppenOberflächen-Term
cKonstanter TermTopol. Beitrag

01 Greenbergs Vermutung (1973)

Greenberg-Vermutung [OFFEN seit 1976]

Greenbergs Vermutung (1976) betrifft ausschließlich μ: Für jeden total-reellen Zahlkörper $F$ und jede Primzahl $p$ gilt $\mu(F, p) = 0$ in der zyklotomischen $\mathbb{Z}_p$-Erweiterung.

Wichtige Klarstellung: λ=0 ist nicht Teil von Greenbergs ursprünglicher Vermutung. Das Verschwinden von $\lambda$ ist eine stärkere und im Allgemeinen falsche Behauptung — etwa ist $\lambda_3(\mathbb{Q}(\sqrt{2})) > 0$ bekannt. Die Iwasawa-Hauptvermutung (Mazur–Wiles 1984) beschreibt die Struktur von $\lambda$, liefert aber keine Aussage über $\mu=0$.

Beweismethoden für Spezialfälle: $p$-adische $L$-Funktionen via Fourier-Transformation (Ferrero–Washington-Technik), Galois-Modul-Struktur, Herbrand–Ribet-Kriterien. Kein allgemeiner Beweis bekannt [OFFEN].

02 Ferrero–Washington-Theorem (1979)

Ferrero–Washington 1979 — Belegt

Für abelsche Erweiterungen von $\mathbb{Q}$ gilt $\mu = 0$ (für alle Primzahlen $p$). Der Beweis benutzt p-adische Logarithmen und die Analyse der Verteilung von Einheitswurzeln modulo Potenzen von $p$ [BELEGT, Ferrero–Washington 1979].

Das Ferrero–Washington-Theorem ist bisher die weitreichendste allgemeine Aussage. Die Verallgemeinerung auf nicht-abelsche Erweiterungen und das Verschwinden von $\lambda$ bleiben offen.

Gras (2017–2021) entwickelte eine algorithmische Reformulierung via Äquiverteilung in der Torsionsgruppe $\mathcal{T}_k$ des Klassenkörpers — ein numerisch zugänglicherer Ansatz für die Vermutung [KONJEKTUR, Gras 2021].

03 Syntheseergebnisse & Methodik

Das Projekt führte eine DSV4-gestützte Corpus-Analyse (Greenberg 1973/2001, Ferrero–Washington 1979, Gras 2021, Coates–Sujatha) und anschließende qwen3:235b-Synthese durch. Die adversarielle Prüfung (r1:70b) prüfte Statusmarkierungen.

BehauptungStatus
Iwasawa: h(Fn) ~ p^(μpⁿ + λn + c)BELEGT
Ferrero–Washington: μ=0 für abelsche Erw. von ℚBELEGT (1979)
Greenberg: μ=0 für total-reelle Körper (λ=0 ist NICHT die Vermutung)KONJEKTUR (offen seit 1976)
Kein bekanntes GegenbeispielBELEGT (Computational evidence)
Gras'sche Äquiverteilung als ReformulierungKONJEKTUR (Gras 2021)
DSV4 Flash (284B)
Corpus: Greenberg papers, Washington GTM 83, Ferrero–Washington, Gras, Coates–Sujatha (122 KB)
qwen3:235b-a22b
Synthese: Invarianten, FW-Theorem, Gras-Reformulierung, Verbindungen zu Bost/RM
deepseek-r1:70b
Adversariell: Unterschied μ=0 (bewiesen) vs. λ=0 (offen) korrekt markiert